Ein Kinobesuch




Ich bin euch noch meinen Bericht über unseren Kinobesuch letzte Woche Samstag schuldig.
Ich hatte mal wieder bei einem Gewinnspiel mitgemacht. Vom dtv-Verlag konnte man ein Fanpaket zum Filmstart von „Brooklyn“ gewinnen:          
  • das Buch
  • den Soundtrack auf CD
  • und zwei Gutscheine für einen Kinobesuch!


Am 21.1. erhielt ich also die Benachrichtigung per E-Mail, dass ich solch ein Paket gewonnen habe, am 22.1. kam dann auch schon ein dicker Umschlag bei uns zu Hause an! :)
Ich habe dann erstmal recherchiert, in welchen Kinos in Hannover dieser Film gezeigt wird. Das einzige Kino war das Hochhaus Lichtspiele in der Goseriede am Steintor. Dort war ich noch nie!
Wir entschieden uns für die Vorstellung am Samstag, den 23.01. um 17:45 Uhr, da auf den Gutscheinen vermerkt war, dass wir zwar berechtigt sind, gegen Vorlage der (wirklich wunderschön gestalteten) Gutscheine Eintrittskarten für den darauf vermerkten Film zu erhalten, aber bei Ausverkauf der Vorstellung keine Pflicht besteht, uns da noch unterzubringen. Also mieden wir lieber die Vorstellung um 20:15 Uhr, da wir dachten, dass die vorherige sicher nicht so gut besucht sei. Und ich sollte Recht haben.
Nun, genug des BlaBla.. hier jetzt also mein Bericht zu diesem denkwürdigen Tag:
Ich komme gerade aus der Stadt.
Es gibt für mich nicht oft einen Grund, in die Innenstadt von Hannover zu fahren.
Doch heute hatte ich einen guten Grund: Wir gingen ins Kino!
Ich habe meine Kleidung farblich aufeinander abgestimmt, den Schmuck dazu passend ausgewählt und die Haare ordentlich mit meiner silbernen Pandoor-Spange hochgesteckt. Sogar auf die übliche Sweatjacke mit Band-Aufdruck habe ich verzichtet. :)
Schließlich spielt der Film, den wir uns ansehen wollten, in den 1950er Jahren, da wurde noch wert auf ein gepflegtes Äußeres gelegt, wenn man sich in der Öffentlichkeit zeigte. ;)
Wir waren also kurz nach fünf am Kimo und kamen erstmal nicht rein, da die Kassierin vor der Tür stand, eine Zigarette rauchte und ein Heißgetränk in der Hand hielt. Herrlich! In den Riesen-Kinos gibt es solche Gelassenheit nicht mehr.. :)
Sie sah uns vor der Tür stehen und fragte, ob wir zur Kasse wollten, wir bejahten und sie nahm uns mit hinein. Ich reichte ihr die Gutscheine, die ihr unbekannt waren. Also musste ihr erst eine Kollegin, die von oben herunter gerufen wurde, bestätigen, dass wir ein Anrecht auf einen Gratis-Kinobesuch hatten. Leider durfte ich die Gutscheine nicht behalten, bekam aber die Eintrittskarten. 


Nach uns kam eine handvoll Leute rein. Nach großem Andrang sah das nicht aus. :)
Wir fuhren mit einem kleinen Fahrstuhl nach oben in die Kino-Etage. Dort gibt es eine kleine Bar, die Damen- und Herren-Toiletten auf unterschiedlichen Ebenen und einen herrlichen Ausblick auf Hannover.
Während mein Schatz die Örtlichkeiten aufsuchte und ich aus dem Fenster sah, kamen die Besucher aus der 15:30 Uhr Vorstellung. Ich war erstaunt, dass so viele Menschen um diese Uhrzeit ins Kino gehen.


Wir kauften uns an der Bar Getränke und etwas zu Knabbern und warteten vor dem Kinosaal auf den Einlass.
Zwischenzeitlich fanden sich noch weitere Gäste ein.
Als wir dann endlich in den einzigen Saal des Kinos hinein durften, suchten wir uns hinten am Rand zwei Plätze.
Wenn man einen Besuch in dem Hochhaus Lichtspiele Kino plant, sollte man frühzeitig eintreffen, um einen guten Platz zu ergattern. Es herrscht nämlich freie Platzwahl, Sitze und Reihen sind nicht nummeriert.
Die Sitze sind in einem Halbrund und auf einer Ebene hintereinander versetzt angeordnet, so dass man von jedem Platz einen guten Blick auf die Leinwand hat.

Mein spontaner Witz beim Anlick der Leinwand war: „Da ist ja unser Fernseher fast größer!“
So stimmt das natürlich nicht, aber im Gegensatz zu den übrigen Kinos, die wir schon besucht haben, mutet die Leinwand direkt niedlich an. :)
Wir saßen also auf unsere Plätzen und beobachteten das amüsante Geschehen um uns herum. Das übliche Publikum scheint aus der oberen Bildungsschicht der Gesellschaft zu bestehen, die teilweise kein besseres Benehmen an den Tag zu legen oder auch sehr empfindlich zu sein scheinen. Wir fanden das alles wirklich höchst vergnüglich.
Der Werbeblock bestand erfreulicherweise hauptsächlich aus Ankündigungen neuer Filme und war nicht übermäßig lang.
Zwischen der Werbung und dem Film kam noch ein Paar rein, und als der Film bereits angefangen hatte, kam noch ein einzelner Nachzügler rein, der bei seiner Suche nach dem perfekten Platz etwas Unruhe verbreitete. Den Rest des Films konnte ich untestört genießen.
Der Film ist eine wunderbare Erzählung von Heimat, Zuhause und Liebe.
Eine junge Irin, gespielt von Saoirse Ronan, bekommt eine Anstellung in Amerika angeboten. Da sie in ihrem Heimatort nur sonntags in einem Gemischtwarenladen aushilft, sorgen ihre Mutter und ihre Schwester dafür, dass sie die Chance auf eine bessere Zukunft ergreift und auswandert.
In den 1950ern Jahren ist das ein großer Schritt. Man ist da ja auf den Briefwechsel mit der Familie angewiesen, und die Post braucht da noch fast eine Woche, um von New York nach Irland zu gelangen.
Sie hat großes Heimweh, nimmt an einem Tanzabend ihrer Gemeinde teil und lernt einen jungen Italiener kennen, wundervoll gespielt von Emory Cohen.
Der Film hat viele wehmütige, lustige, traurige, berührende und zu Tränen rührende Momente.
Die Musik ist wunderschön, vor allem die gälische Weise, die bei der Weihnachtsfeier der Gemeinde für die armen Iren gesungen wird.
Man fühlt mit den Hauptpersonen mit und fühlt sich fast in die 50er Jahre zurück versetzt. Die bequemen, roten Kinositze taten ihr Übriges dazu, dass wir uns in eine andere Zeit versetzt fühlten., als alles noch etwas langsamer voran ging (Beispiel Briefverkehr und Reisegeschwindigkeit).
Ich verließ den Kinosaal mit diesem unwirklichen Gefühl, irgendwie außerhalb der Zeit zu sein.
Die Welt außerhalb des Kinos kam mir laut, hektisch, schmutzig und ungehobelt vor. 
Vor dem Saal warteten bereits die nächsten Besucher. Es war diesmal voll!
Wir haben beschlossen, dort wieder hinzugehen, und lieber wieder in die 17:45 Uhr als in die 20:15 Uhr Vorführung. :)
Ich kann das Kino nur weiter empfehlen. Dort laufen Filme, die manchmal nicht in den großen Kinos gezeigt werden. Und es herrscht dort eine angenehme, fast altmodische Atmosphäre.
Fazit: Den Film gleich noch mal sehen! 

Nachtrag:
Das Buch habe ich mittlerweile auch beendet. Der Film unterscheidet sich logischerweise in manchen Punkten vom Buch, ist nicht so ausführlich erzählt an mancher Stelle; aber ich gestehe, dass mir das Film-Ende besser gefällt. :) Da ist mehr Romantik drin. Das Buch endet in meinen Augen irgendwie kühl und wenig gefühlvoll. Dennoch ist auch das Buch sehr gut geschrieben.

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