Autoren-Vorstellung Katharina Münz
Über eine Gruppe bei Facebook bin ich auf die Autorin Katharina Münz "gestoßen".
Sie schreibt Bücher, die bisher hauptsächlich in der Welt der Wikinger spielen.
Da ich auf Mittelaltermärkten sehr gerne selbst als "Wiki" unterwegs bin, interessiere ich mich sehr für diese Bücher. Noch habe ich sie nicht gelesen, aber sie stehen schon weit oben auf meiner Wunschliste. ;-)
Aus Anlass der Veröffentlichung von ‚Aus der Zeit gefallen - Thórsteinn vs. Charlotte: Teil 1 Kindle Edition‘, habe ich die Autorin interviewt.
Hallo Katharina,
schön, dass Du Dir ein wenig Zeit für meine Fragen genommen hast.
- Wie und wann hast Du mit dem Schreiben begonnen?
Nach zwei halbherzigen Versuchen als Teenie sowie als junge Mutter, deren Ergebnisse zum Glück verschollen sind, habe ich mich im Herbst 2013 begonnen, mich ernsthaft mit dem Schreiben auseinanderzusetzen.
Mein Antrieb war dabei, endlich mal einen historischen Roman über die Wikingerzeit in Händen halten zu können, der so geschrieben war, dass es mir zu 100% gefiel.
Das dann auch in die Tat umzusetzen, war nicht einfach.
(Oh, wie spannend! Ab und zu werden ja von berühmten Autoren verschollene Werke wieder gefunden. Vielleicht geschieht das mit Deinen Werken ja auch mal. ;) )
- In welches Genre würdest Du Deine Bücher einordnen?
Die Genreschublade, in die meine Bücher passen, muss erst noch geschreinert werden. In den bereits erschienenen Büchern, die in der Wikingerzeit spielen, verbinde ich Recherche mit Spannung, Nordischer Mythologie und Liebe inklusive "smut scenes" wie es meine berühmte Kollegin Diana Gabaldon so unvergleichlich nannte. Gleichzeitig treibt mich an, wie Scottie aus der Enterprise, den Leser geradewegs in den Kopf meiner Protagonisten zu "beamen".
Das aktuelle Buch stellt dagegen einen Genreausflug meiner "Wikinger im Herzen" in einen New Adult/Contemporary Romance/Urban Fantasy-Mix mit Zeitreise-Element dar.
(Anmerkung: mit "smut scenes" sind Szenen gemeint, die ein wenig unterhalb der Gürtellinie ablaufen... frei übersetzt kann man sie wohl "schlüpfrig" nennen. ;) )
- Wie bist Du gerade auf dieses Genre gekommen?
Keine Ahnung. Es ist einfach so passiert. Ich dachte ja, ich würde einen historischen Roman schreiben, aber dann stellte sich heraus, dass die Leser von Histos in der Mehrzahl leider nicht offen für mein Experiment waren. Deshalb sortiere ich mich jetzt eher unter Fantasy ein. Die Leser sind Neuem gegenüber viel aufgeschlossener.
(Als Autor ist man dann ja auch etwas flexibler, was historische Korrektheit und fantasievolle Abläufe (Zeitsprünge zum Beispiel) angeht. :) )
- Was hat Dich inspiriert, die Geschichten aus der Zeit der Wikinger zu schreiben?
Das fragst du? Komm schon, Wikinger sind sowas von cool! Es erklärt sich doch von selbst, dass ich über sie schreiben muss!
(Da hast Du allerdings recht. Ich habe mich selbst auch schon an ein paar Szenen zu einer Geschichte versucht (bisher nichts Erwähnenswertes), und dann eine Frau eingebaut, die man als Wikingerin bezeichnen würde. Wikinger sind einfach die Coolsten!)
- Worauf kannst Du beim Schreiben nicht verzichten? (Kaffee, Tee, Schokolade, Gesellschaft, Musik, absolute Ruhe..)
Ab und zu einen Kaffee ist nicht schlecht, außerdem habe ich immer eine Flasche Wasser griffbereit neben mir stehen. Meiner Konzentration bekommt Stille am besten, die liebste Schreibmusik sind mir daher Naturgeräusche. (Echt und nicht vom Band.)
- Wie sieht Dein Schreiballtag aus?
Als Selfpublisher - was ich gerne bin und mich bewusst dafür entschieden habe - entfällt der Großteil meiner Schreibzeit auf Werbung und Networking. Ich poste dazu hauptsächlich Werbehinweise in Facebookgruppen und like bzw. kommentiere Werbeposts von Autorenkollegen, die auf meine reagiert haben. Ich blogge, bereite Newsletter vor und einen immer größeren Raum nimmt die Beantwortung von Leseranfragen ein, was mir aber sehr großes Vergnügen bereitet. Auch reagiere ich möglichst täglich auf die Kommentare meiner Follower auf SNIPSL.
In der heißen Phase vor einer Veröffentlichung, wie jetzt, bleibt kaum Zeit zum Schreiben, aber der Kopf ist auch gar nicht frei dafür.
- Stichwort Recherche: Welche Quellen sind bei Deiner Recherche unverzichtbar?
Natürlich besitze ich eine umfangreiche Handbibliothek mit Fachbüchern und Ausstellungskatalogen, die ich im Laufe der Jahre, man kann fast schon sagen Jahrzehnte, zusammengetragen habe. Hinzu kommen natürlich die alten, überlieferten Aufzeichnungen wie die der Edda, der Hávamál und der Völuspá, wobei ich die deutsche Übersetzung von Simrock gerne abändere, wenn ich meinen Figuren Zitate daraus in den Mund lege. Über den Vergleich mit verschiedenen englischen Übersetzungen versuche ich, einen Tonfall zu treffen, der zu meinem Schreibstil passt.
Die wichtigsten Quellen sind für mich aber die unzähligen Besuche in Freilichtmuseen und Ausstellungen, gerne auch mit Führung oder Interaktion mit den Darstellern. Ich scheue mich auch nicht, Fragen zu stellen, auch wenn es hin und wieder zu peinlichen Szenen kommt, wie jüngst, als der Führer der Ausstellung "Odin, Thór und Freya" im Archäologischen Museum Frankfurt einräumen musste, dass die Darstellung der Wikingerfrauen auf dem eigens in Auftrag gegebenen Monumentalgemälde nicht zeitgemäß ist. Denn anhand der Funde ist davon auszugehen, dass die freien Heidinnen ihr Haar analog zu den Darstellungen der vielfach belegten Freyja- bzw. Walküren-Figuren aufwendig frisiert und keinesfalls unter Häubchen oder anderen, christlich-schicklichen Kopfbedeckungen verborgen haben.
- Fühlst Du beim Schreiben mit Deinen Protagonisten mit?
Das wäre ja schlimm, wenn ich das nicht täte. Findest du nicht?
(Das stimmt. Da kann ich nicht widersprechen.)
Die Tage bekam ich eine Facebook-PN einer Bloggerin, die meine zuletzt erschienene Veröffentlichung "Foy und der Ring des Mauren" gelesen hatte. Ihren Worten nach hatte es ihr sehr gut gefallen, das einzige, was sie vermisst hatte, war, dass der Ring aus dem Titel am Ende noch einmal auftaucht.
Nun habe ich diesen Ring ganz bewusst in die Geschichte hineingeschrieben, weil bei der genaueren Untersuchung eines Rings herauskam, dass der Stein eine islamische Inschrift aufweist und die wenigen Abnutzungsspuren darauf hinweisen, dass nur ein oder zwei Personen ihn getragen haben, ehe er mit einer ansonsten wikingerzeitlich ausgestatteten Frau ins Grab gelegt wurde.
Die einzige, mir sinnvoll erscheinende Art und Weise, den Ring noch einmal auftreten zu lassen, hätte bedeutet, das Buch mit Foys Tod und Begräbnis enden zu lassen.
Als ich diese Gedankengänge der Bloggerin schrieb, liefen mir unvermittelt die Tränen über die Wangen.
Ja, andere Autoren hätten das getan, ich bin nicht professionell genug dafür.
Ich will ausblenden zu einem Zeitpunkt, der die Leser positiv gestimmt entlässt.
Und dass Happy Ends geächtet sind, das wusste schon Erich Kästner zu beklagen.
- Wie findest Du den Weg zurück aus diesen emotionalen / gewalttätigen Szenen?
Eigentlich gar nicht. Während ich an einem Manuskript schreibe, "leben" die Protagonisten 24/7 in meinem Kopf. Indem ich die Szenen aufschreibe, bekomme ich sie dort raus.
- Hast Du einen Lieblingscharakter?
Die Frage fühlt sich an, wie wenn man als Mutter nach dem Lieblingskind gefragt wird.
Jeder hat etwas Besonderes, Einzigartiges, wofür ich ihn liebe.
- Führen Deine Protagonisten auch mal ein „Eigenleben“? Wie wirkt sich das auf das Schreiben aus?
Natürlich führen meine Protas ein Eigenleben. Da ich nichts davon halte, Protagonisten wie in Schreibratgebern empfohlen, am Reißbrett zu entwerfen, lagere ich die Charakterentwicklung komplett an mein Unterbewusstsein aus. Eines Tages - oft auch nachts - sind die Figuren dann da und ich (tag)träume eine Szene, um die herum ich mir dann einen groben Plot überlege. Wie genau der aussieht, entwickelt sich dann während des Schreibens, wobei meine Protagonisten und ich da wechselweise im Team arbeiten. (Ist Autor zu sein eigentlich eine anerkannte psychische Störung, die sich in multiplen Persönlichkeiten äußert?)
- Wie viel Zeit nimmt so ein Buch in Anspruch?
Nun, wenn es richtig gut läuft, schaffe ich 1500 Wörter am Tag. Dann kannst du dir ausrechnen, wie schnell oder langsam ein Roman mit 100.000 bis 155.000 Wörtern in der Rohfassung braucht. Danach kommt dann die Überarbeitung, dann noch eine, eine weitere mit Testlesern, dann noch eine ...
Fassen wir es knapp zusammen: erheblich länger, als es zu lesen!
- Hast Du eine Lieblingsszene (einen Dialog oder eine besondere Stelle im Buch) in Deinem aktuellen Roman?
Das sind zwei Szenen, die ich besonders mag: Einmal, als Thórsteinn, der im 21. Jahrhundert gelandete Wikinger das Mysterium eines modernen Badezimmers für sich entdeckt, und dann, als seine vermeintliche Walküre Charlotte Spaghetti Carbonara für ihn kocht.
- Sind die Bücher in sich abgeschlossen? Sollte man beim Lesen eine gewisse Reihenfolge einhalten?
Mein Debüt "Die 13. Jungfrau" hat sich im Nachhinein durch das Prequel "Weihnachten auf Luxulyan" zum 2. Band der dreiteiligen "Schildmaid-Saga" entwickelt, die mit "Falkenherz - Bewährung der Schildmaid" ihren Abschluss gefunden hat. Die Bücher der Schildmaid-Reihe sind aber alle auch für sich zu lesen.
"Foy und der Ring des Mauren" ist zwar eine Art "Auskopplung" aus "Falkenherz" (so bezeichnete das eine Rezensentin), weil Foy als Nebenperson dort auftritt, ansonsten ist das Buch aber völlig eigenständig.
Bei "Aus der Zeit gefallen - Thórsteinn vs. Charlotte Teil 1" verhält es sich jetzt aber anders. Es handelt sich dabei um eine "Single-Auskopplung" mit Cliffhanger-Ende.
Wer sowas nicht schätzt, sollte abwarten, bis die geplanten zwei weiteren Teile erschienen sind.
- Was wolltest Du Deinen Lesern schon immer mitteilen?
Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr euch mein Geschenk, das E-Book/PDF "Wellenmädchen" holt, um meinen Schreibstil unverbindlich zu testen. Darüber hinaus erhaltet ihr dann im Rahmen meines Newsletters regelmäßig exklusive Infos über Wikinger, Geschichte allgemein, Nordische Mythologie, Histotainment - und natürlich ab und an einen Hinweis auf eine anstehende Veröffentlichung. Der letzte Newsletter wies zum Beispiel auf die erneute Ausstrahlung der Mini-Infotainment-Serie "Die Frauen der Wikinger" mit u. a. Esther Schweins am 17. und 24. Juni auf NDR hin.
Lust bekommen? http://katharinamunz.wordpress.com/deinGeschenk/
Vielen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Fragen!
Ich hoffe, Du bleibst weiter so kreativ und fantasievoll. :)
Ich finde das Cover sehr gelungen. Es macht auf jeden Fall neugierig! Sobald ich das Buch gelesen habe, bekommt ihr auch eine Rezension von mir zu lesen!
Sie schreibt Bücher, die bisher hauptsächlich in der Welt der Wikinger spielen.
Da ich auf Mittelaltermärkten sehr gerne selbst als "Wiki" unterwegs bin, interessiere ich mich sehr für diese Bücher. Noch habe ich sie nicht gelesen, aber sie stehen schon weit oben auf meiner Wunschliste. ;-)
Aus Anlass der Veröffentlichung von ‚Aus der Zeit gefallen - Thórsteinn vs. Charlotte: Teil 1 Kindle Edition‘, habe ich die Autorin interviewt.
Hallo Katharina,
schön, dass Du Dir ein wenig Zeit für meine Fragen genommen hast.
- Wie und wann hast Du mit dem Schreiben begonnen?
Nach zwei halbherzigen Versuchen als Teenie sowie als junge Mutter, deren Ergebnisse zum Glück verschollen sind, habe ich mich im Herbst 2013 begonnen, mich ernsthaft mit dem Schreiben auseinanderzusetzen.
Mein Antrieb war dabei, endlich mal einen historischen Roman über die Wikingerzeit in Händen halten zu können, der so geschrieben war, dass es mir zu 100% gefiel.
Das dann auch in die Tat umzusetzen, war nicht einfach.
(Oh, wie spannend! Ab und zu werden ja von berühmten Autoren verschollene Werke wieder gefunden. Vielleicht geschieht das mit Deinen Werken ja auch mal. ;) )
- In welches Genre würdest Du Deine Bücher einordnen?
Die Genreschublade, in die meine Bücher passen, muss erst noch geschreinert werden. In den bereits erschienenen Büchern, die in der Wikingerzeit spielen, verbinde ich Recherche mit Spannung, Nordischer Mythologie und Liebe inklusive "smut scenes" wie es meine berühmte Kollegin Diana Gabaldon so unvergleichlich nannte. Gleichzeitig treibt mich an, wie Scottie aus der Enterprise, den Leser geradewegs in den Kopf meiner Protagonisten zu "beamen".
Das aktuelle Buch stellt dagegen einen Genreausflug meiner "Wikinger im Herzen" in einen New Adult/Contemporary Romance/Urban Fantasy-Mix mit Zeitreise-Element dar.
(Anmerkung: mit "smut scenes" sind Szenen gemeint, die ein wenig unterhalb der Gürtellinie ablaufen... frei übersetzt kann man sie wohl "schlüpfrig" nennen. ;) )
- Wie bist Du gerade auf dieses Genre gekommen?
Keine Ahnung. Es ist einfach so passiert. Ich dachte ja, ich würde einen historischen Roman schreiben, aber dann stellte sich heraus, dass die Leser von Histos in der Mehrzahl leider nicht offen für mein Experiment waren. Deshalb sortiere ich mich jetzt eher unter Fantasy ein. Die Leser sind Neuem gegenüber viel aufgeschlossener.
(Als Autor ist man dann ja auch etwas flexibler, was historische Korrektheit und fantasievolle Abläufe (Zeitsprünge zum Beispiel) angeht. :) )
- Was hat Dich inspiriert, die Geschichten aus der Zeit der Wikinger zu schreiben?
Das fragst du? Komm schon, Wikinger sind sowas von cool! Es erklärt sich doch von selbst, dass ich über sie schreiben muss!
(Da hast Du allerdings recht. Ich habe mich selbst auch schon an ein paar Szenen zu einer Geschichte versucht (bisher nichts Erwähnenswertes), und dann eine Frau eingebaut, die man als Wikingerin bezeichnen würde. Wikinger sind einfach die Coolsten!)
- Worauf kannst Du beim Schreiben nicht verzichten? (Kaffee, Tee, Schokolade, Gesellschaft, Musik, absolute Ruhe..)
Ab und zu einen Kaffee ist nicht schlecht, außerdem habe ich immer eine Flasche Wasser griffbereit neben mir stehen. Meiner Konzentration bekommt Stille am besten, die liebste Schreibmusik sind mir daher Naturgeräusche. (Echt und nicht vom Band.)
- Wie sieht Dein Schreiballtag aus?
Als Selfpublisher - was ich gerne bin und mich bewusst dafür entschieden habe - entfällt der Großteil meiner Schreibzeit auf Werbung und Networking. Ich poste dazu hauptsächlich Werbehinweise in Facebookgruppen und like bzw. kommentiere Werbeposts von Autorenkollegen, die auf meine reagiert haben. Ich blogge, bereite Newsletter vor und einen immer größeren Raum nimmt die Beantwortung von Leseranfragen ein, was mir aber sehr großes Vergnügen bereitet. Auch reagiere ich möglichst täglich auf die Kommentare meiner Follower auf SNIPSL.
In der heißen Phase vor einer Veröffentlichung, wie jetzt, bleibt kaum Zeit zum Schreiben, aber der Kopf ist auch gar nicht frei dafür.
- Stichwort Recherche: Welche Quellen sind bei Deiner Recherche unverzichtbar?
Natürlich besitze ich eine umfangreiche Handbibliothek mit Fachbüchern und Ausstellungskatalogen, die ich im Laufe der Jahre, man kann fast schon sagen Jahrzehnte, zusammengetragen habe. Hinzu kommen natürlich die alten, überlieferten Aufzeichnungen wie die der Edda, der Hávamál und der Völuspá, wobei ich die deutsche Übersetzung von Simrock gerne abändere, wenn ich meinen Figuren Zitate daraus in den Mund lege. Über den Vergleich mit verschiedenen englischen Übersetzungen versuche ich, einen Tonfall zu treffen, der zu meinem Schreibstil passt.
Die wichtigsten Quellen sind für mich aber die unzähligen Besuche in Freilichtmuseen und Ausstellungen, gerne auch mit Führung oder Interaktion mit den Darstellern. Ich scheue mich auch nicht, Fragen zu stellen, auch wenn es hin und wieder zu peinlichen Szenen kommt, wie jüngst, als der Führer der Ausstellung "Odin, Thór und Freya" im Archäologischen Museum Frankfurt einräumen musste, dass die Darstellung der Wikingerfrauen auf dem eigens in Auftrag gegebenen Monumentalgemälde nicht zeitgemäß ist. Denn anhand der Funde ist davon auszugehen, dass die freien Heidinnen ihr Haar analog zu den Darstellungen der vielfach belegten Freyja- bzw. Walküren-Figuren aufwendig frisiert und keinesfalls unter Häubchen oder anderen, christlich-schicklichen Kopfbedeckungen verborgen haben.
- Fühlst Du beim Schreiben mit Deinen Protagonisten mit?
Das wäre ja schlimm, wenn ich das nicht täte. Findest du nicht?
(Das stimmt. Da kann ich nicht widersprechen.)
Die Tage bekam ich eine Facebook-PN einer Bloggerin, die meine zuletzt erschienene Veröffentlichung "Foy und der Ring des Mauren" gelesen hatte. Ihren Worten nach hatte es ihr sehr gut gefallen, das einzige, was sie vermisst hatte, war, dass der Ring aus dem Titel am Ende noch einmal auftaucht.
Nun habe ich diesen Ring ganz bewusst in die Geschichte hineingeschrieben, weil bei der genaueren Untersuchung eines Rings herauskam, dass der Stein eine islamische Inschrift aufweist und die wenigen Abnutzungsspuren darauf hinweisen, dass nur ein oder zwei Personen ihn getragen haben, ehe er mit einer ansonsten wikingerzeitlich ausgestatteten Frau ins Grab gelegt wurde.
Die einzige, mir sinnvoll erscheinende Art und Weise, den Ring noch einmal auftreten zu lassen, hätte bedeutet, das Buch mit Foys Tod und Begräbnis enden zu lassen.
Als ich diese Gedankengänge der Bloggerin schrieb, liefen mir unvermittelt die Tränen über die Wangen.
Ja, andere Autoren hätten das getan, ich bin nicht professionell genug dafür.
Ich will ausblenden zu einem Zeitpunkt, der die Leser positiv gestimmt entlässt.
Und dass Happy Ends geächtet sind, das wusste schon Erich Kästner zu beklagen.
- Wie findest Du den Weg zurück aus diesen emotionalen / gewalttätigen Szenen?
Eigentlich gar nicht. Während ich an einem Manuskript schreibe, "leben" die Protagonisten 24/7 in meinem Kopf. Indem ich die Szenen aufschreibe, bekomme ich sie dort raus.
- Hast Du einen Lieblingscharakter?
Die Frage fühlt sich an, wie wenn man als Mutter nach dem Lieblingskind gefragt wird.
Jeder hat etwas Besonderes, Einzigartiges, wofür ich ihn liebe.
- Führen Deine Protagonisten auch mal ein „Eigenleben“? Wie wirkt sich das auf das Schreiben aus?
Natürlich führen meine Protas ein Eigenleben. Da ich nichts davon halte, Protagonisten wie in Schreibratgebern empfohlen, am Reißbrett zu entwerfen, lagere ich die Charakterentwicklung komplett an mein Unterbewusstsein aus. Eines Tages - oft auch nachts - sind die Figuren dann da und ich (tag)träume eine Szene, um die herum ich mir dann einen groben Plot überlege. Wie genau der aussieht, entwickelt sich dann während des Schreibens, wobei meine Protagonisten und ich da wechselweise im Team arbeiten. (Ist Autor zu sein eigentlich eine anerkannte psychische Störung, die sich in multiplen Persönlichkeiten äußert?)
- Wie viel Zeit nimmt so ein Buch in Anspruch?
Nun, wenn es richtig gut läuft, schaffe ich 1500 Wörter am Tag. Dann kannst du dir ausrechnen, wie schnell oder langsam ein Roman mit 100.000 bis 155.000 Wörtern in der Rohfassung braucht. Danach kommt dann die Überarbeitung, dann noch eine, eine weitere mit Testlesern, dann noch eine ...
Fassen wir es knapp zusammen: erheblich länger, als es zu lesen!
- Hast Du eine Lieblingsszene (einen Dialog oder eine besondere Stelle im Buch) in Deinem aktuellen Roman?
Das sind zwei Szenen, die ich besonders mag: Einmal, als Thórsteinn, der im 21. Jahrhundert gelandete Wikinger das Mysterium eines modernen Badezimmers für sich entdeckt, und dann, als seine vermeintliche Walküre Charlotte Spaghetti Carbonara für ihn kocht.
- Sind die Bücher in sich abgeschlossen? Sollte man beim Lesen eine gewisse Reihenfolge einhalten?
Mein Debüt "Die 13. Jungfrau" hat sich im Nachhinein durch das Prequel "Weihnachten auf Luxulyan" zum 2. Band der dreiteiligen "Schildmaid-Saga" entwickelt, die mit "Falkenherz - Bewährung der Schildmaid" ihren Abschluss gefunden hat. Die Bücher der Schildmaid-Reihe sind aber alle auch für sich zu lesen.
"Foy und der Ring des Mauren" ist zwar eine Art "Auskopplung" aus "Falkenherz" (so bezeichnete das eine Rezensentin), weil Foy als Nebenperson dort auftritt, ansonsten ist das Buch aber völlig eigenständig.
Bei "Aus der Zeit gefallen - Thórsteinn vs. Charlotte Teil 1" verhält es sich jetzt aber anders. Es handelt sich dabei um eine "Single-Auskopplung" mit Cliffhanger-Ende.
Wer sowas nicht schätzt, sollte abwarten, bis die geplanten zwei weiteren Teile erschienen sind.
- Was wolltest Du Deinen Lesern schon immer mitteilen?
Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr euch mein Geschenk, das E-Book/PDF "Wellenmädchen" holt, um meinen Schreibstil unverbindlich zu testen. Darüber hinaus erhaltet ihr dann im Rahmen meines Newsletters regelmäßig exklusive Infos über Wikinger, Geschichte allgemein, Nordische Mythologie, Histotainment - und natürlich ab und an einen Hinweis auf eine anstehende Veröffentlichung. Der letzte Newsletter wies zum Beispiel auf die erneute Ausstrahlung der Mini-Infotainment-Serie "Die Frauen der Wikinger" mit u. a. Esther Schweins am 17. und 24. Juni auf NDR hin.
Lust bekommen? http://katharinamunz.wordpress.com/deinGeschenk/
Vielen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Fragen!
Ich hoffe, Du bleibst weiter so kreativ und fantasievoll. :)
Ich finde das Cover sehr gelungen. Es macht auf jeden Fall neugierig! Sobald ich das Buch gelesen habe, bekommt ihr auch eine Rezension von mir zu lesen!
Zum Buch: Aus der Zeit gefallen Teil 1
Autorenseiten: Blog der Autorin
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Bildquelle: Amazon
Neugierig, was bei "smut scenes" so beschrieben wird? Der Telegraph hat gerade die 14 besten Sex-Szenen in Büchern gekürt. Natürlich aus deren Sicht. ;)
Aber lest es hier selbst. (Leider nur in englischer Sprache.)
Neugierig, was bei "smut scenes" so beschrieben wird? Der Telegraph hat gerade die 14 besten Sex-Szenen in Büchern gekürt. Natürlich aus deren Sicht. ;)
Aber lest es hier selbst. (Leider nur in englischer Sprache.)


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