E. S. Schmidt - Die zweite Finsternis
Das Buch:
In der Endlosigkeit der kanadischen Wälder stürzt ein
außerirdisches Schiff ab und entlässt seine gefährliche Fracht: Reaper –
telepathische Raubechsen, groß wie Löwen, mit enormer Reproduktionsfähigkeit
und unersättlichem Hunger.
Hinter hohen Mauern, zusammengedrängt in den ehemaligen Metropolen, harren die letzten Menschen aus. Die einzigen, die sich den Reapern entgegenstellen können, sind genetisch optimierte Krieger, die in Mönchsorden zu absoluter Disziplin erzogen werden. Doch als eine Stadt nach der anderen verstummt, befürchtet Bruder Kaleb, dass sich ein noch größerer Feind erhoben hat. Ein Feind, der nicht nur die zerbrechliche, neu geschaffene Ordnung bedroht, sondern auch den einzigen Menschen, für den Kaleb sein heiliges Gelübde brechen würde.
AutorenseiteHinter hohen Mauern, zusammengedrängt in den ehemaligen Metropolen, harren die letzten Menschen aus. Die einzigen, die sich den Reapern entgegenstellen können, sind genetisch optimierte Krieger, die in Mönchsorden zu absoluter Disziplin erzogen werden. Doch als eine Stadt nach der anderen verstummt, befürchtet Bruder Kaleb, dass sich ein noch größerer Feind erhoben hat. Ein Feind, der nicht nur die zerbrechliche, neu geschaffene Ordnung bedroht, sondern auch den einzigen Menschen, für den Kaleb sein heiliges Gelübde brechen würde.
Das Buch ist im Papierverzierer Verlag erschienen und bisher als ebook in den bekannten Shops erhältlich.
Mein Eindruck:
Ich hatte die große Ehre, das Buch bereits vor der
Veröffentlichung testweise zu lesen.
Ich muss sagen, es ist eine grandios erzählte Geschichte.
Die Charaktere sind mir vor meinem geistigen Auge sehr lebendig erschienen. Die
Geschichte liest sich flüssig und braucht keine umständlichen Erklärungen. Sie
spielt in einer nicht zu fernen Zukunft der Erde, auf der gefährliche
außerirdische Raubtiere gestrandet sind, die nur von genetisch „modifizierten“
Menschen, den Mönchen, bekämpft werden können. Es spielt in Amerika, in wenigen
noch erhaltenen Städten und dazu gehörenden Lehen, gut befestigte Dörfer, in denen
die Menschen leben, die die Stadtbewohner mit notwendigen Lebensmitteln
versorgen.
Philadelphia ist eine der befestigten Städte, die die
Schlachten gegen die Reaper überstanden haben. Dort hat sich eine Führungselite gebildet, in
der Intrigen und Missgunst an der Tagesordnung stehen. Ein Teil der
Sicherheitskräfte der Stadt lassen sich die Verteilung der knapp bemessenen
Ressourcen durch Bestechung gut bezahlen. Beliebte Tauschmittel sind selten
gewordene Gegenstände und Lebensmittelmarken.
Das einzige anerkannte Buch darf von dem einfachen Volk
nicht einfach gelesen werden. Nur wenn ein Mitglied des Klerus dabei ist, ist
die Lektüre erlaubt. Kinder bekommen Namen, die in diesem Buch verzeichnet
sind. (Da der Buchdruck nach der Invasion der außerirdischen Raubechsen
vollständig zum Erliegen gekommen ist, kann es sich fraglos nur um das Buch
handeln, das uns heutzutage noch als Bibel bekannt ist.) Der Glaube setzt sich
mittlerweile aus verschiedenen Facetten früherer Religionen zusammen. Auch die
Traditionen und Riten haben sich vermischt.
Eunice ist die Tochter des Bischofs in Philadelphia, der
seine Tochter als unfruchtbar erklärt hat, um ihr das Schicksal ihrer Schwester
zu ersparen, die ins Exil gehen musste, nachdem eine genetische Anomalie an ihr
festgestellt wurde. Sie ist die oberste Heilerin von Philadelphia, die die
Kranken aller Klassen aufopferungsvoll pflegt. Außerdem unterstehen ihr die
Hebammen, die sich um die Geburten der Erwählten kümmern, die nur von den
heiligen Müttern geboren werden können. Aus diesen Erwählten werden die Mönche,
die gegen die Reaper bestehen können und ganz besondere Fähigkeiten haben.
Kaleb ist einer der Mönche, die in Philadelphia im Konvent
leben. Als in einem der Lehen Reaper-Sichtungen gemeldet werden, wird er los
geschickt, um diesen Sichtungen nachzugehen. Der Bischof sendet Kaleb, da
dieser aus dem Lehen Selimsburg stammt, in dessen Nähe auch seine zweite
Tochter im Geheimen lebt. Auf seiner Fahrt nach Selimsburg begegnet er einer
jungen Frau und kann sie gerade noch vor einer kleinen Gruppe Reaper retten.
Die beiden verbringen die Nacht in einem verlassenen Haus, in das weitere
Reaper eindringen, die Kaleb wiederum besiegen kann. Am nächsten Tag kann er
jedoch nicht verhindern, dass die Reaper die junge Frau mit sich nehmen. Ein
sehr merkwürdiges Verhalten für diese Wesen, da sie normalerweise nicht in
Gruppen jagen, und schon gar keine Menschen verschleppen. Kaleb begibt sich
sofort nach Selimsburg um seine Erfahrungen nach Philadelphia zu funken und um
Hilfe zu bitten. Er widersetzt sich der Anweisung sofort zurück zu kehren und
folgt den Spuren der Reaper durch den Wald, um die junge Frau zu retten.
Begleitet wird er von seinem leiblichen Sohn, der nicht weiß, dass er seinen
biologischen Vater vor sich hat.
Unterdessen wird Eunice los geschickt, um ihren Bruder
zurück zu holen, der heimlich der Gruppe Mönche gefolgt ist, die ausgesandt
wurde, die Reaper bei Selimsburg zu jagen und den Vorkommnissen nachzugehen.
In Philadelphia wird ein Relikt gestohlen, das in der
Kapelle ausgestellt wurde. Es ist ein Teil eines außerirdischen Gerätes, dessen
Nachbauten zur Abwehr der Reaper dienen. Eingeweihte vermuten, dass man aus den
bisher bekannten Einzelteilen eine mächtige Waffe zur Bekämpfung der
Außerirdischen bauen kann. Allerdings ist dies nicht bewiesen, da es nie jemand
versucht hat. Die Waffe könnte auch den Mönchen schaden, da diese zum Teil mit
Reaper-Genen ausgestattet sind und empfindlich auf die Technologie reagieren,
die bereits eingesetzt wird. Eine Waffe aus allen Komponenten könnte auch den
Mönchen sehr schaden und wäre in den falschen Händen eine Katastrophe für die
Städte. Dies finden Kaleb und seine Mitstreiter nach und nach heraus und es
beginnt ein Wettlauf um die Bauteile gegen die Anhänger der Reaper, die als
Ausgestoßene leben und Pläne verfolgen, die bisherige Weltordnung zu zerstören
und sich die anderen Menschen untertan zu machen.
Ein Kampf Gut gegen Böse ist schlussendlich unausweichlich.
Das Buch liest sich sehr gut und wird immer spannender. Die Autorin hat eine
neue Welt erschaffen, in der der Kampf ums Überleben nicht von
Naturkatastrophen bestimmt wird, sondern davon, wie gut die Menschen gegen
einen neuen Feind zusammen arbeiten. Verrat und Intrigen inklusive.
Von mir eine ganz klare Leseempfehlung!

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