Chris Kraus - Sommerfrauen Winterfrauen
Der Autor:
Chris Kraus, geboren 1963 in Göttingen, ist Filmregisseur, Drehbuchautor und Romancier. Seine Filme (darunter ›Scherbentanz‹, ›Poll‹) wurden vielfach ausgezeichnet, ›Vier Minuten‹ mit Monica Bleibtreu und Hannah Herzsprung gewann 2007 den Deutschen Filmpreis als bester Spielfilm. Sein jüngster Film, die Tragikomödie ›Die Blumen von gestern‹ mit Lars Eidinger in der Hauptrolle, wurde mit unzähligen Preisen, u.a. dem Tokyo Grand Prix, geehrt. Der Autor lebt in Berlin.
Mehr zum Autor
Das Buch:
Ein Film über Sex. Rauh und radikal. In New York. Das ist die Aufgabe, die Jonas gestellt bekommt. Aber wie soll der überforderte Regiestudent ausgerechnet in der düstersten Ecke der Lower East Side und umgeben von gestrandeten Künstlerexistenzen einen Film drehen? Als er auf Nele trifft, eine schillernde, eigensinnige Sommerfrau, öffnet sich sein Blick für das wahre Ziel seiner Reise: die Begegnung mit der eigenen ungeheuerlichen Familiengeschichte.
Meine Worte:
Ich werde auf jeden Fall noch andere Bücher von Chris Kraus lesen.
Chris Kraus, geboren 1963 in Göttingen, ist Filmregisseur, Drehbuchautor und Romancier. Seine Filme (darunter ›Scherbentanz‹, ›Poll‹) wurden vielfach ausgezeichnet, ›Vier Minuten‹ mit Monica Bleibtreu und Hannah Herzsprung gewann 2007 den Deutschen Filmpreis als bester Spielfilm. Sein jüngster Film, die Tragikomödie ›Die Blumen von gestern‹ mit Lars Eidinger in der Hauptrolle, wurde mit unzähligen Preisen, u.a. dem Tokyo Grand Prix, geehrt. Der Autor lebt in Berlin.
Mehr zum Autor
Das Buch:
Ein Film über Sex. Rauh und radikal. In New York. Das ist die Aufgabe, die Jonas gestellt bekommt. Aber wie soll der überforderte Regiestudent ausgerechnet in der düstersten Ecke der Lower East Side und umgeben von gestrandeten Künstlerexistenzen einen Film drehen? Als er auf Nele trifft, eine schillernde, eigensinnige Sommerfrau, öffnet sich sein Blick für das wahre Ziel seiner Reise: die Begegnung mit der eigenen ungeheuerlichen Familiengeschichte.
Mehr zum Inhalt
Ein Liebes- und Künstlerroman im New York
der neunziger Jahre: Jonas Rosen ist Filmstudent. Er soll in New York
einen Underground-Film über Sex machen, als Teil eines Projekts des
exzentrischen Berliner Regisseurs Lila von Dornbusch. Doch er gleitet ab
in eine dumpfe, abgründige Welt. Die Bekanntschaft mit einer Tante, die
seit fünfzig Jahren als Malerin in New York lebt, enthüllt
Unglaubliches aus der Vergangenheit. Und als Jonas schließlich auf die
junge Nele trifft, gerät auch sein privates Leben in Aufruhr. Er
erkennt: Ausgerechnet die Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten lässt ihm
keine Wahl, weder was die Frauen noch die Verwandten noch die Kunst
angeht.
Link zum Buch
Link zum Buch
Meine Worte:
Das Buch beginnt mit einem Vorwort einer Frau, die gerade ein paar Tagebücher im Nachlass ihres Vaters gefunden hat.
Schon das Vorwort macht neugierig auf die nachfolgenden Tagebucheinträge, die nicht ganz alltäglich sind.
Jonas,
ein junger Filmstudent, wird 1996 von seinem Professor nach New York
geschickt, um dort günstige, oder noch besser kostenlose, Unterkünfte
für seine Mitstudenten zu organisieren, die einige Tage später mit dem
Professor nachkommen sollen.
Er wird zunächst bei einem alten
Freund seines Professors untergebracht. Dieser haust in einer Wohnung in
einer herunter gekommenen Gegend, und nimmt Jonas eher widerwillig auf.
Ich möchte nicht zu viel über die Umstände erzählen. Das hat der Autor Chris Kraus bereits bestens getan.
Der
Schreibstil ist einfach wunderbar und gut lesbar. Einige wenige Sätze
werden zwar auf Englisch geschrieben und nicht übersetzt, aber man muss
sie nicht zwingend verstehen, um das Buch lesen zu können. Allerdings
entgehen einem dann auch ein paar der skurrilsten Momente des Buches.
Mir
hat besonders gefallen, wenn Tante Paula zu Wort kam, die ein paar
Jahre nach dem 2. Weltkrieg nach Amerika übersiedelte und deren Sätze
teilweise Deutsch, teilweise Englisch sind und in die immer wieder
baltische Begriffe einfließen. Das hat den Gesprächen, die Jonas mit ihr
führt noch einen besonderen Charme verliehen. Ich hatte bei ihr so
Frauen wie meine Großtanten vor Augen, die in Ostpreußen aufwuchsen und
bei denen man manchmal noch den ostpreußischen Sprachklang heraus hören
kann.
Der Autor hat derart bildgewaltig
erzählt, dass vor meinem inneren Auge richtiggehend ein Film ablief.
Manche Szene ist zwar etwas derb und blutig geschildert, aber die
berührenden und humorvollen Szenen entschädigen den Leser dafür.
Manche
Szene wirkt länger nach als andere und am Ende des Buches musste ich
erst einmal innehalten und das Gelesene verarbeiten. Aber ich wurde sehr
gut unterhalten und habe die Lektüre sehr genossen.
Die
skurillen und schillernden Persönlichkeiten, die in diesem Roman
vorkommen, lassen eine faszinierende Künstlerszene entstehen.
Die Handlung ist nicht immer logisch nachvollziehbar, aber die Spannung fesselt den Leser durchgehend an das Buch.
Chris
Kraus hat viel Witz und einen guten Blick für die komischen Seiten des
Lebens, kann aber von einem Moment zum nächsten ins Tragische wechseln.
Man lernt das dunkle New York kennen, sowie die schillernde
Künstlerszene. Man spaziert mit Jonas durch den Central Park und trifft
die unterschiedlichsten Charaktere.
Ich kann dieses Buch
uneingeschränkt empfehlen. Es ist mal eine etwas andere Lektüre und
nimmt den Leser mit auf eine verrückte Reise voller Überraschungen und
faszinierender Orte.
Am Ende war ich doch etwas ratlos, kann mir aber nicht vorstellen, dass ein anderes Ende in diesem Buch funktioniert hätte.
Es muss einfach so enden und lässt so den Leser mit einer Menge offener Fragen und vielen Möglichkeiten zurück.
Am Ende habe ich das Vorwort allerdings erneut gelesen, was mir nachträglich doch noch einige Fragen beantwortet hat.

Kommentare
Kommentar veröffentlichen